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Warum Biodiversität uns alle betrifft

Wenn man über Biodiversität spricht, denkt man schnell an Regenwälder, bedrohte Tierarten oder große Naturschutzgebiete. Dabei übersieht man leicht, dass biologische Vielfalt auch an Orten sichtbar wird, die viel näher liegen – zum Beispiel in heimischen Wäldern, auf natürlichen artenreichen Wiesenflächen oder an Orten wie dem Botanischen Garten der Universität Ulm.

Wer den Botanischen Garten besucht, sieht auf den ersten Blick Blumen, Pflanzen, Wiesen oder einen Teich. Wenn man aber mal genauer hinsieht, merkt man schnell, dass dort viel mehr passiert. Insekten fliegen durch die Luft, Vögel zwitschern in den Bäumen, kleine Krabbeltiere bewegen sich im Gras und auch im Wasser gibt es Leben, das man im Alltag oft gar nicht bemerkt. Genau diese Vielfalt macht Biodiversität aus: die Vielfalt des Lebens um uns herum.

Der Botanische Garten ist deshalb ein gutes Beispiel für einen Ort mit hoher Biodiversität, da dort nicht nur angelegte Pflanzenbestände zu finden sind. Besonders die naturnahen Bereiche wie Wiesenflächen, Gehölze und Feuchtbiotope bieten vielen verschiedenen Arten Lebensraum.


Was bedeutet Biodiversität?

Kurz erklärt:
Biodiversität bedeutet biologische Vielfalt. Dazu gehören Artenvielfalt, Lebensräume und genetische Vielfalt.

Damit ist nicht nur gemeint, dass es viele Tier- und Pflanzenarten gibt. Es geht ebenfalls um die Vielfalt der Lebensräume und um Unterschiede innerhalb einzelner Arten. Das Bundesamt für Naturschutz erklärt Biodiversität aus diesem Grund als mehr als reine Artenvielfalt. Sie umfasst auch Lebensräume, Lebensgemeinschaften und genetische Vielfalt.

Biodiversität umfasst also:

Artenvielfalt
Vielfalt der Lebensräume
Lebensgemeinschaften
genetische Vielfalt

Blumenwiese im Botanischen Garten Ulm

Buntes Beet im Botanischen Garten Ulm.

Vereinfacht gesagt ist Biodiversität das Zusammenspiel von Pflanzen, Tieren, Pilzen, Mikroorganismen und ihrer Umgebung. Jede Art hat dabei eine bestimmte Rolle im Ökosystem. Manche Pflanzen bieten Nahrung für Insekten. Insekten bestäuben wiederum Blüten. Vögel fressen Insekten oder verbreiten Samen. Und kleine Lebewesen helfen dabei, abgestorbenes Material abzubauen.

Man kann sich dieses ganze System wie ein Netzwerk vorstellen. Wenn ein Teil davon verschwindet, kann das auch andere Teile des Ökosystems beeinflussen. Dieses Problem merkt man nicht immer sofort, aber langfristig kann dadurch ein ganzes Ökosystem aus dem Gleichgewicht geraten.


Warum ist Biodiversität wichtig?

Im Alltag denkt man nicht oft darüber nach, wie abhängig wir eigentlich von der Natur sind. Vieles wirkt selbstverständlich: saubere Luft, fruchtbare Böden, Trinkwasser, Obst und Gemüse oder ein stabiles Klima. Aber all das hängt mit funktionierenden Ökosystemen zusammen.

Ein gutes Beispiel ist die Bestäubung. Viele Pflanzen sind darauf angewiesen, dass Insekten ihre Blüten bestäuben. Ohne Wildbienen, Hummeln oder Schmetterlinge gäbe es manche Lebensmittel nicht in der Menge, wie wir sie kennen.

Auch Böden brauchen Biodiversität. Regenwürmer, Pilze, Bakterien und andere Lebewesen sorgen dafür, dass genügend Nährstoffe wieder verfügbar werden, damit Pflanzen wachsen können.

Kurz gesagt: Biodiversität ist wichtig für:

Bestäubung
fruchtbare Böden
saubere Luft und Wasser
Lebensmittel
stabile Ökosysteme

Das Bundesamt für Naturschutz beschreibt biologische Vielfalt als wichtige Grundlage für unsere Lebensqualität und als Voraussetzung für all die Dinge, die für uns selbstverständlich sind. Biodiversität ist also nicht nur schön anzusehen, sondern hat auch eine große Bedeutung für unseren Alltag.


Der Botanische Garten in Ulm

Der Botanische Garten in Ulm zeigt sehr gut, wie vielseitig Natur auf begrenztem Raum sein kann. Neben angelegten Pflanzenbereichen gibt es dort auch naturnahe Strukturen wie Wiesen, Gehölze und Feuchtbiotope, die für viele Tier- und Pflanzenarten wichtige Lebensräume darstellen. Die Universität Ulm beschreibt das Freiland des Gartens als Bereich mit bunten Wiesen, schattigen Wäldern und Feuchtbiotopen.

Besonders spannend ist auch, dass der Botanische Garten nicht nur zum Anschauen da ist. Er spielt auch eine Rolle für Bildung, Forschung und Naturschutz.

Ein gutes Beispiel dafür ist die BioBlitz-Aktion. Besucherinnen und Besucher können dabei wilde Arten beobachten, fotografieren und über iNaturalist dokumentieren. So zeigt der Botanische Garten, dass auch normale Naturbeobachtungen einen Beitrag zur Forschung leisten können.

Naturbeobachtung mit dem Smartphone

Mit dem Smartphone können Pflanzen und Tiere dokumentiert und später über Apps wie iNaturalist bestimmt werden.

Das zeigt: Biodiversität ist nicht nur ein Thema für Fachleute. Auch normale Besucherinnen und Besucher können durch Beobachtungen dazu beitragen, Arten sichtbar zu machen. So wird deutlich: Naturbeobachtung kann einfach sein und sogar Spaß machen.

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Wusstest du schon?

Beim BioBlitz 2025 wurden im Botanischen Garten der Universität Ulm innerhalb einer Mitmach-Woche insgesamt 1.114 Arten beobachtet und mithilfe der App iNaturalist dokumentiert. So können auch Spaziergänge und einzelne Fotos zu wichtigen Daten für die Biodiversitätsforschung werden.

→ Quelle: Universität Ulm - BioBlitz


Was können wir selbst tun, um die Biodiversität zu schützen?

Natürlich kann eine einzelne Person nicht allein das Artensterben aufhalten. Dafür braucht es größere Maßnahmen wie Naturschutz, nachhaltige Landwirtschaft und den Schutz wichtiger Lebensräume. Dennoch kann man auch im kleinen Rahmen etwas tun.

Wer einen Garten oder Balkon hat, kann zum Beispiel:

heimische Pflanzen setzen
Rasenflächen seltener mähen
Laub als Lebensraum für kleine Tiere liegen lassen
keine chemischen Mittel gegen Insekten verwenden

Aber auch ohne Garten kann man etwas beitragen: Man kann bewusst auf die Natur und den eigenen Konsum achten, Arten beobachten oder sich an Projekten zum Schutz der Natur beteiligen, zum Beispiel beim NABU.

Gerade hier wird Citizen Science wichtig. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können nicht überall gleichzeitig sein. Wenn viele Menschen ihre Naturbeobachtungen teilen, entstehen Daten, die dabei helfen können, Veränderungen in der Natur besser zu verstehen.

Kurz gesagt:
Auch kleine Beobachtungen und einfache Entscheidungen im Alltag können helfen, Biodiversität sichtbarer zu machen und besser zu schützen.


Fazit

Biodiversität ist kein Thema, das nur weit weg im Regenwald stattfindet. Sie beginnt direkt vor unserer Haustür: im Botanischen Garten in Ulm, auf einer Wiese, in einem Park oder sogar im eigenen Garten.

Biodiversität bedeutet Vielfalt. Dazu gehören verschiedene Arten, Lebensräume und viele kleine Verbindungen zwischen Lebewesen. Diese Vielfalt ist sehr wichtig, weil sie eine Grundlage für unser Leben bildet. Sie sorgt dafür, dass Pflanzen bestäubt werden, Böden fruchtbar bleiben und Ökosysteme funktionieren.

Gleichzeitig ist Biodiversität bedroht, auch hier in Deutschland. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen und Natur nicht als selbstverständlich zu sehen. Wer genauer hinsieht, erkennt schnell: Artenvielfalt beginnt genau dort, wo wir leben.

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Weiterlesen

Viele Beobachtungen beginnen heute mit einem einfachen Foto. Doch wie erkennt eine App eigentlich Pflanzen oder Tiere – und was verändert diese Technik für die Citizen Science?

→ Wenn das Smartphone Pflanzen erkennt – Wie Bilderkennung die Citizen Science verändert


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Weitere Informationen und Quellen

Die folgenden Quellen bieten weiterführende Informationen zum Botanischen Garten der Universität Ulm, zur biologischen Vielfalt und zu Citizen-Science-Projekten wie dem BioBlitz.

  • Botanischer Garten der Universität Ulm: Informationen zu Anlagen, Freilandbereichen und naturnahen Lebensräumen.
  • Biodiversität: Grundlagen und Bedeutung biologischer Vielfalt für Natur und Gesellschaft.
  • Citizen Science und BioBlitz: Beispiele, wie Menschen selbst zur Dokumentation der Artenvielfalt beitragen können.
Vollständige Quellen anzeigen

Botanischer Garten der Universität Ulm
Offizielle Informationen zu den Anlagen und naturnahen Lebensräumen.
https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/garten/

Freiland im Botanischen Garten
Informationen zu Wiesenflächen, Wäldern, Feuchtbiotopen und Themengärten.
https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/garten/garten/freiland/

Bundesweiter BioBlitz im Botanischen Garten
Informationen zur BioBlitz-Aktion und zur Nutzung von iNaturalist.
Zur Webseite

Bundesamt für Naturschutz – Begriffserläuterungen zur Biodiversität
Definition von Biodiversität und ihren verschiedenen Ebenen.
https://www.bfn.de/begriffserlaeuterungen

Bundesamt für Naturschutz – Biologische Vielfalt in Deutschland
Informationen zur Bedeutung biologischer Vielfalt für Natur und Gesellschaft.
https://www.bfn.de/thema/biologische-vielfalt

Umweltbundesamt – Gefährdung der Biodiversität
Informationen zu gefährdeten Arten und Lebensräumen in Deutschland.
Zur Webseite