Eine Hausarbeit steht kurz vor der Abgabe. Die letzten Änderungen sind eingearbeitet, die Literatur ist korrekt formatiert und endlich scheint alles fertig zu sein. Am nächsten Tag öffnet man die Datei erneut und stellt fest, dass ein wichtiges Kapitel fehlt. Vielleicht wurde versehentlich eine ältere Version gespeichert. Vielleicht hat eine Synchronisationssoftware eine fehlerhafte Datei auf alle Geräte verteilt. Vielleicht wurde die Datei sogar gelöscht. Solche Situationen sind keineswegs selten. Wer digitale Daten nutzt, sollte deshalb die Unterschiede zwischen Synchronisation, Versionierung und Backup kennen. Obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden, erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben.
Um diese Unterschiede besser zu verstehen, begleiten wir in diesem Blog den Studenten Devin Dateiversionierer. Wie viele Studierende arbeitet er an verschiedenen Geräten, nutzt Cloud-Dienste und speichert wichtige Dokumente digital. An seinem Beispiel schauen wir uns an, wie Daten im Alltag geschützt werden können.
Synchronisation – Alle Geräte auf demselben Stand halten
Devin schreibt seine Hausarbeit überwiegend auf dem Laptop. Unterwegs liest er sie auf dem Tablet, kleinere Änderungen nimmt er manchmal sogar auf dem Smartphone vor. Damit auf allen Geräten dieselbe Version verfügbar ist, nutzt er einen Cloud-Dienst. Genau das ist die Aufgabe einer Synchronisation: Änderungen werden automatisch zwischen mehreren Geräten abgeglichen. Wird eine Datei auf einem Gerät bearbeitet, erscheinen diese Änderungen kurze Zeit später auf allen anderen verbundenen Geräten. Dienste wie OneDrive, Dropbox, Google Drive oder Nextcloud ermöglichen dieses Prinzip. Devin kann von dadurch überall auf seine aktuellen Daten zugreifen. Allerdings wird nicht nur das Gute synchronisiert. Wenn Devin eine Datei versehentlich löscht oder beschädigt, wird diese Änderung ebenfalls auf alle verbundenen Geräte übertragen. Deshalb gilt: Synchronisation erhöht die Verfügbarkeit von Daten, ersetzt aber keine Datensicherung.
Versionierung – Frühere Dateistände wiederherstellen
Um Fehler bei der Bearbeitung auszugleichen, bieten viele Systeme eine sogenannte Versionierung an. Dabei werden ältere Stände einer Datei gespeichert, wie in der unteren Abbildung veranschaulicht. Ändert Devin beispielsweise ein Kapitel seiner Hausarbeit und stellt später fest, dass die ursprüngliche Version besser war, kann er auf einen früheren Stand zurückwechseln. Versionierung funktioniert damit wie eine Art Zeitmaschine für Dateien. Besonders hilfreich ist das bei gemeinsam bearbeiteten Dokumenten, wie etwa Haus- und Abschlussarbeiten, Programmierprojekten oder anderen Gruppenprojekten. Viele Cloud-Dienste und Dokumentenmanagementsysteme speichern frühere Versionen automatisch im Hintergrund. Dadurch wird das manuelle Anlegen von Dateien überflüssig. Versionierung schützt hauptsächlich vor Bearbeitungsfehlern. Fällt das gesamte Speichersystem aus, kann auch die Versionshistorie verloren gehen.
Backup – Die letzte Verteidigungslinie
Ein Backup ist eine Sicherheitskopie wichtiger Daten, die erstellt wird, um Informationen nach einem Datenverlust wiederherstellen zu können. Somit übernimmt das Backup die Funktion der Absicherung gegen Datenverluste. Im Gegensatz zur Synchronisation läuft es nicht permanent im Hintergrund, sondern kapselt einen Datenstand zu einem bestimmten Zeitpunkt auf einem möglichst separaten Medium ab. Man kann zwischen verschiedenen Arten von Backups unterscheiden. Während eine vollständige Sicherung, welche meist in größeren Abständen, alle Daten komplett kopiert, erfassen differenzielle oder inkrementelle Backups in kürzeren, oft täglichen Intervallen nur die jeweiligen Änderungen seit der letzten Sicherung. Wichtig ist es ein Backup regelmäßig durchzufühern, damit im Notfall eine möglichst aktuelle und redundante Datei weider hergestellt werden kann. Für die Umsetzung eines Backups gibt es unterschiedliche Methoden. Eine sehr bekannte und einfach zu implementierende, ist die sogenannte 3-2-1 Regel.
Die 3-2-1 Regel
Sie besagt:
- man sollte mindestens 3 Kopien der Daten besitzen
- diese auf 2 unterschiedlichen Speichermedien speichern
- und mindesten 1 Kopie an einem anderen Ort aufbewahren
Für Devin könnte die 3-2-1-Regel so aussehen:
- Die Hausarbeit liegt auf seinem Laptop.
- Eine zweite Kopie befindet sich auf einer externen Festplatte.
- Eine dritte Kopie wird zusätzlich in einem Cloud-Backup gespeichert.
Selbst wenn Laptop oder die externe Festplatte ausfallen, bleibt mindestens eine weitere Sicherung erhalten.
Fazit
Synchronisation, Versionierung und Backup verfolgen unterschiedliche Ziele:
- Synchronisation hält Daten auf mehreren Geräten aktuell.
- Versionierung speichert frühere Dateistände.
- Backups schĂĽtzen vor dauerhaftem Datenverlust.
Erst das Zusammenspiel aller drei Konzepte ermöglicht einen zuverlässigen Schutz wichtiger Daten. Im nächsten Beitrag betrachten wir typische Ursachen für Datenverlust und zeigen, warum Dateien oft nicht durch spektakuläre Hackerangriffe verloren gehen, sondern durch ganz alltägliche Fehler.
Hier weiterlesen
Verschiedene Gründe für den Verlust von Daten findest du hier: Wie Daten verloren gehen können?
Quellen & Weitere Infos
- Website von IONOS: ionos.de
- Website von Lexikon Datenrettung: lexikon-datenrettung.de/dateiversionierung
- Website von Lexikon Datenrettung: lexikon-datenrettung.de/synchonisation