Foodsharing in Ulm – Nachhaltig essen, Leute treffen und Ressourcen retten

by Johanna
6 Minuten
Foodsharing in Ulm – Nachhaltig essen, Leute treffen und Ressourcen retten

Foodsharing ist eine richtig coole Sache, gerade wenn man als Student:in auf Budget und Nachhaltigkeit achten will. Früher war Lebensmittelrettung eher privat oder karitativ – heute gibt es dank foodsharing e. V. ein einzigartiges Modell in Deutschland: Ehrenamtlich, nicht kommerziell, komplett auf das Retten und Verteilen von überschüssigen Lebensmitteln ausgerichtet.Kurz gesagt: Foodsharing ist ein Must-have für Studis in Ulm – perfekte Ergänzung zu Mensa, Apps oder lokalen Cafés, damit man Mülltonnen wie diese vermeiden kann:

Überfüllte Mülltonne

Wie Foodsharing funktioniert

Foodsharing läuft im Prinzip auf zwei Säulen:

  • Foodsaving: Ehrenamtliche – die sogenannten „Foodsaver“ – holen überschüssige Lebensmittel bei Bäckereien, Supermärkten, Restaurants oder kleinen Läden ab.
  • Fairteiler: Öffentliche Stellen, an denen man Lebensmittel anonym abgeben oder abholen kann.

Das Coole daran: Foodsharing fragt nicht, ob du „bedürftig“ bist oder wie viel du verdienst. Es geht einfach nur darum, Lebensmittel zu retten – Punkt. Deshalb nutzen Studis das so selbstverständlich: Du nimmst mit, was da ist, gibst ab, was du nicht brauchst, und niemand schaut dich komisch an. So fühlen sich Studenten oft ganz selbstverständlich eingeladen, mitzumachen.

Foodsharing – Lebensmittelrettung

Foodsharing in Ulm – lokal am Start

Ulm hat offiziell eine Community:
Foodsharing Ulm

Besonders praktisch für Studierende: der Fairteiler im Gebäude O25 der Uni Ulm:
Uni Ulm – Fairteiler

Warum der ideal ist:

Der Fairteiler im Gebäude O25 ist eigentlich perfekt gelegen – mitten auf dem Campus, gut zu erreichen, Kühlschrank & Regal, alles da. In der Theorie könnte das ein richtiger Treffpunkt sein. In der Praxis wissen nur viel zu wenige davon, sodass man meist eher in Ruhe schnell was rausnimmt oder reinlegt. Ein bisschen wie in der WG, wenn jemand eine Box mit „nehmt euch, ich bin übers Wochenende weg“ in die Küche stellt – nur eben offiziell. Und mit etwas Glück findest du Kühlschrank & Regalbereich mit allem möglichen: Brot, Obst, Gemüse, Joghurt, verpackte Waren oder Reste aus der WG.

Warum Foodsharing Sinn macht – wissenschaftlich und studentisch betrachtet

Foodsharing ist nicht nur nett für die Umwelt, sondern hat auch handfeste Vorteile – besonders für Studierende. Ökologisch gesehen hilft jede gerettete Mahlzeit, den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Rund 8–10 % der weltweiten Treibhausgase stammen aus Lebensmitteln, die nie gegessen werden. Klingt viel? Ist es auch. Wer also den alten Joghurt, das halbe Brot oder die übrig gebliebenen Nudeln rettet, leistet tatsächlich einen Beitrag zum Klimaschutz.

Auch für den Geldbeutel ist Foodsharing nicht zu unterschätzen. Eigentlich machen wir’s ja in WGs sowieso schon: Wenn jemand für eine Woche verschwindet, essen die Mitbewohner:innen tapfer alles weg, was sonst schlecht würde. Foodsharing funktioniert genau so – nur ohne WG-WhatsApp-Gruppe. Und wenn man als Studi mal eine Woche knapp bei Kasse ist, freut man sich echt über ein paar gerettete Joghurts oder ein Brot, das noch völlig okay ist.

Foodsharing kann auch sozial richtig nett sein – zumindest vom Konzept her. Am Fairteiler in O25 könnte man sich easy mal über Rezepte austauschen oder spontan ins Gespräch kommen. Momentan passiert das eher selten, weil viele schlicht nicht wissen, dass der Fairteiler überhaupt existiert. Aber wenn mehr Leute mitmachen würden, wäre das vermutlich so ein typischer Campus-Spot, an dem man kurz hängenbleibt, quatscht und sich freut, wenn jemand eine Packung Tomaten rettet, die sonst im Müll gelandet wäre.

Und kulturell verändert Foodsharing, wie wir Lebensmittel sehen: Es hinterfragt das Mindesthaltbarkeitsdatum, zeigt, dass auch „übersehene“ Lebensmittel noch gut und genießbar sind, und vermittelt Skills im cleveren Umgang mit Lebensmitteln. Wer regelmäßig mitmacht, merkt schnell, dass man Reste kreativ verwerten und so Geld sparen kann – Skills, die in jeder WG Gold wert sind.

Herausforderungen

Natürlich läuft nicht alles perfekt:

  • Hygiene: Fairteiler funktionieren nur, wenn alle sauber arbeiten.
  • Verfügbarkeit: Manchmal ist der Kühlschrank leer, manchmal voll.
  • Ehrenamt: Foodsaving lebt von motivierten Helfer:innen.

Trotzdem überwiegt der Nutzen – je mehr Leute mitmachen, desto besser funktioniert das System.

Warum Studierende davon profitieren

Für uns Studis heißt das:

  • mehr Budget, weil man Lebensmittel kostenlos bekommt
  • nachhaltiges Handeln im Alltag
  • spontane Versorgung, wenn’s mal schnell gehen muss
  • soziale Kontakte und Austausch
  • Möglichkeit, eigene überschüssige WG-Lebensmittel weiterzugeben

Unterm Strich lohnt sich Foodsharing für Studis einfach: weniger Ausgaben, weniger Verschwendung, und manchmal rettet man genau das, was man eh für’s Abendessen gebraucht hätte. Es passt damit super in den Ulmer Unialltag – so wie Mensa, WG-Kühlschrank und die obligatorische Suche nach dem günstigsten Kaffee. Bildbeschreibung