Cover Image

Einstieg in den eigenen Kräutergarten

Wer sich für Kräuter interessiert, findet vielleicht auch Freude daran, sie selbst anzubauen. Hier bekommt ihr eine kleine Einleitung, wie ihr euren eigenen kleinen Kräutergarten planen könnt.

1. Wo kann es wachsen?

Zuerst müsst ihr euch entscheiden, wo eure Kräuter stehen sollen. Für den Anfang reichen erst einmal Töpfe - egal ob drinnen oder draußen.

  • Küche & Wohnraum 🪴
  • Balkon & Terrasse

Einen Garten oder ein Hochbeet könnt ihr später noch ausprobieren:

  • Gartenboden 🌱

2. Kräuter clever wählen

2.1 Wo scheint das beste Licht?💡

Nicht jede Pflanze braucht gleich viel Sonne. Manche sind ein bisschen sonnenscheu, andere hingegen echte Sonnenfreunde. Damit eure Pflanzen gut zusammenpassen, achtet darauf, welche Lichtbedingungen sie mögen:

Sonne - warm und trocken

  • z.B. Thymian, Rosmarin oder Salbei

Halbschatten - hell, aber kein knalliges Sonnenlicht

  • z.B. Petersilie, Koriander oder Minze

Schatten - feucht und kühl

  • z.B. Brunnenkresse, Gartenkresse oder Bärlauch

2.2 Einjährig vs. mehrjährig⌛

Bei der Kräuterauswahl solltet ihr beachten, wie lange sie nachwachsen.

  • Zu einjährigen Pflanzen gehören z.B. Dill, Koriander, Borretsch und viele Basilikum-Sorten.
  • Mehrjährige Pflanzen sind z.B. Thymian, Rosmarin, Salbei oder Oregano.

Tipp: Einjährige und mehrjährige Pflanzen am besten nicht gemischt pflanzen.

2.3 Wer verträgt wen?🫂

Wenn ihr mehrere Kräuter zusammenpflanzt, solltet ihr auf ihre Verträglichkeit achten. Grundsätzlich gilt: Wenn sie die gleichen Bedingungen für Erde, Wasser oder Licht mögen, kommen sie oft gut miteinander aus. Es gibt jedoch noch mehr, was ihr beachten müsst! Kräuter können auch, um Platz für Wurzeln oder spezifische Nährstoffe konkurrieren.

Daher sind Gute Nachbarn für Basilikum zum Beispiel Oregano, Petersilie und Rosmarin, während Pfefferminze und Melisse schlechte Nachbarn für Basilikum sind.


3. Welche Erde darf es denn sein?🌱

Kräuter mögen allgemein keine nasse, schwere Erde, sondern nährstoffarme, lockere und leichte Erde. Deshalb eignen sich allgemein folgende Erden:

  • Kräutererde
  • sandige-lockere Erde (z.B. Kräutererde + 10-30% Sand)
  • Erde-Kompost-Mix
  • kokos- oder torffreie Substrate

Folgende Erden sind eher ungeeignet:

  • normale Blumenerde
  • reine Gartenerde
  • torfhaltige Erde

Da aber nicht alle Kräuter gleich sind, gibt es Unterschiede in ihrer Erd-Wahl. Mediterrane Kräuter bevorzugen trocknere, sandigere oder steinigere Erde, während ihr bei nicht mediterranen Kräutern auf lockere Erde mit humosem Anteil achten solltet.

Pflanzen Bildquelle: Unsplash – Sandie Clarke (honeypoppet)


4. Wie pflanze ich richtig an?

  1. Für eure Kräuter braucht ihr Töpfe mit Löchern im Boden. Für kleine Kräuter reichen Topfdurchmesser von 12-20 cm, während Kräuterbüsche wie z.B. Minze einen Durchmesser ab 20 cm brauchen.

  2. Die unterste Schicht, die den ganzen Boden bedeckt, sollte eine Drainageschicht sein, die aus Kies, Tonscherben oder kleinen Steinen besteht.

    Tipp: Als Anfänger ist es leichter sich kleine Kräuterpflänzchen zu kaufen - aber natürlich könnt ihr auch probieren Samen selbst keimen zu lassen - Anleitung zum selbst Keimen.

  3. Nach der Drainageschicht füllt ihr mit weiterer Erde auf, dann nehmt ihr einen Setzling aus dem Zuchttopf und lockert den Wurzelballen ein bisschen auf. Das Kraut setzt ihr in den Topf und füllt den restlichen Raum mit Erde auf.

  4. Falls mehrere Pflanzen in einen Topf kommen, achtet darauf, dass kleine Kräuter ca. 10 cm und mittelgroße Kräuter 15-20 cm Abstand haben sollten. Große Kräuter wie Minze oder Melisse stehen lieber allein.

  5. Nach Einpflanzen oder auch nach Umpflanzen solltet ihr erst einmal Angießen. Allgemein beim Gießen solltet ihr darauf achten, wie feucht es eure Pflanzen haben wollen.

Beim Gießen gilt: Erst wieder gießen, wenn die Erde wieder ein spezifisches Maß an Feuchtigkeit/ Trockenheit hat. Verschiedene Erden und Pflanzen brauchen unterschiedlich lange, bis die Erde ein bestimmtes Maß von Feuchtigkeit verliert.

Pflanzen Bildquelle: Unsplash – Markus Spiske (markusspiske)


Welche Kräuter haben welche Vorlieben?

Und damit ihr genau wisst, was welches Kraut braucht, findet ihr eine Tabelle zu bekannten Kräutern und ihren Bedürfnissen.

Kraut 🌿 Licht 🌞 Wasser Erde Typ 🌱 Lebensdauer
Tymian sonnig wenig mager, trocken, sandig, kalkhaltig, gut durchlässig Mehrjährig
Rosmarin sonnig wenig - mäßig mager, trocken, sandig/steinig, kalkhaltig, gut durchlässig Mehrjährig
Oregano sonnig mäßig mager, kalkhaltig, gut durchlässig Mehrjährig
Majoran sonnig wenig - mäßig mager, durchlässig bis humos, trocken Mehrjährig
Salbei sonnig mäßig humos bis durchlässig, nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich, nicht zu viel Stickstoff Mehrjährig
Bohnenkraut sonnig wenig mager, leicht, kalkhaltig, gut durchlässig Mehrjährig
Lavendel sonnig leicht feucht mager, sehr gut durchlässig, stand-/ kieshaltig Mehrjährig
Ysop sonnig wenig humos, kalkhaltig, durchlässig, locker Mehrjährig
Basilikum sonnig feucht humos, gut durchlässig, leicht feucht Einjährig
Petersilie halbschattig feucht humos, locker, feucht Zweijährig
Schnittlauch sonnig bis halbschattig feucht humos, durchlässig, kalkhaltig Mehrjährig
Dill sonnig bis halbschattig feucht mager, locker, kalkhaltig, gut durchlässig Einjährig
Koriander halbschattig feucht humos, locker, gut durchlässig Einjährig
Pfefferminze halbschattig bis lichter Schatten feucht humos, gut durchlässig Mehrjährig
Zitronenmelisse sonnig bis halbschattig feucht humos, sandig, gut durchlässig Mehrjährig
Bärlauch halbschattig feucht humos, basisch, nährstoffreich Mehrjährig

mager: nährstoffarm - eher trocken
humos: nährstoffreich, viel organisches Material
trocken: Feuchtigkeit läuft gut - oft durch Sandanteil


Quellen