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Etwas ziehen lassen - wie man Kräuter für den Tee trocknet

An einem regnerischen Abend gibt es nichts Besseres als ein gutes Buch mit einer Tasse Tee. Letzteren werden die meisten von euch wohl mit einem Teebeutel aufgießen, aber habt ihr schon einmal versucht diesen mit frischen Kräutern oder mit selbst getrockneten Kräutern (oder Kräutermischungen) herzustellen. Dies geht ganz einfach, kann aber je nach Methode etwas länger dauern. Dieser Artikel soll einen kleinen Überblick über die verschiedenen Methoden geben und über meine Erfahrung mit einer von diesen berichten.

Zwei Tassen Tee

Denkt man an das Trocknen von Kräutern, so denkt man bestimmt zuerst an das Trocknen an der Luft. Diese klassische Methode bleibt altbewährt, allerdings könnt ihr Kräuter auch im Ofen oder sogar in der Heißluftfritteuse trocknen. Diese beiden Methoden sind wesentlich zeitsparender, allerdings könnt ihr für diese Methoden nicht alle Kräuter verwenden.

Unabhängig von Methode solltet ihr für das Trocknen immer makellose Kräuterstängel aus dem eigenen Kräutergärtchen oder Supermarkt verwenden. Je frischer beziehungsweise grüner die Kräuter, desto besser bleiben Aroma und andere Inhaltsstoffe wie Vitamine beim Trocknen erhalten. Gelagert werden die Kräuter für maximal ein Jahr in einem dunklen Glas, einer Blechdose oder ähnlichem, um diese vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen. Trotzdem solltet ihr die Kräuter so schnell wie möglich verbrauchen, da diese über die Zeit ihren Geschmack verlieren.

Lufttrocknung

Hängende Kräuter Bildquelle: Unsplash – Priscilla Du Preez 🇨🇦 (priscilladupreez)

Die ausgewählten Kräuterstängel müsst ihr zuallererst gründlich waschen, um sie von Schmutz und möglichen Krankheitserregern zu befreien. Um zu verhindern, dass die Kräuter während des Trocknungsprozesses schimmeln, werden die gewaschenen Stängel durch Schütteln von dem Wasser befreit und im Anschluss zu kleinen Bündeln mittels einer Schnur oder mit einem Gummiband zusammengebunden.

Tipp: Falls die Kräuter noch nicht ganz "trocken" sind, könnt ihr die Stränge nochmal mit Küchenpapier oder ähnlichem trocken tupfen.

Nun müsst ihr noch einen geeigneten Ort zum Aufhängen finden, idealerweise sollte der Ort trocken, ca. 30 °C warm, sowie sonnengeschützt sein. Direktes Sonnenlicht kann nämlich zum Verlust der Aromastoffe führen. An dem ausgewählten Ort hängt ihr jetzt die Bündel auf, alternativ könnt ihr die Kräuter auch auf Flächen mit Spalten und Lücken auslegen. Das Trocknen dauert je nach Wassergehalt der Pflanze im Optimalfall 24 bis 48 Stunden, sollte aber 5 Tage möglichst nicht überschreiten.

Heißluftfritteuse

Die ausgewählten Kräuter müsst ihr zunächst ordentlich waschen und mit Küchenpapier trocken, hierbei könnt ihr bei Kräutern wie Minze oder Basilikum die einzelnen Blätter bereits vorsichtig abzupfen. Trocknen auf Küchenpapier

Nach dem Abtupfen mit dem Küchenpapier gebt ihr diese in den Airfryer-Korb. Bei diesem Schritt achtet ihr darauf, dass die Kräuter nicht geschichtet werden, sondern locker im Korb liegen, damit die Luft gut zirkulieren kann. Zum Schluss werden die Kräuter nun bei einer Temperatur von 40 bis 50 °C für 1,5 bis 3h getrocknet. Manche robustere Sorten wie Thymian und Rosmarin könnt ihr auch bei höheren Temperaturen innerhalb von kürzerer Zeit trocknen.

Achtung: Nicht jedes Kraut ist für den Airfryer geeignet, deshalb lieber noch einmal nachlesen, ob das gewünschte Kraut robust genug ist.

Während des Trocknens solltet ihr in regelmäßigen Abständen schauen, ob die Kräuter bereits getrocknet sind. Denn bei diesem Vorgang gilt stets das Motto "so lange wie nötig, so kurz wie möglich". Zu langes Trocknen führt nämlich zum Verlust des Aromas und weiterer Inhaltsstoffe der Kräuter. Ihr erkennt die richtige "Trockenheit" daran, dass die Blätter sich kräuseln und bei Berührung rascheln. Nun werden die fertig getrockneten Kräuter noch ausgekühlt und anschließend in eine beschriftete Blechdose gegeben.

Ofen

Kräuter im Ofen

Die ausgewählten Blätter der Kräuter zupft ihr von den Strängen ab und wascht sie. Im Anschluss trocknet ihr die gewaschenen Blätter mit Küchenpapier und dann gebt ihr diese einzeln auf ein Backblech. Den Ofen solltet ihr zuvor auf eine Temperatur zwischen 30 und 50 °C Umluft vorheizen.

Achtung: Die Temperatur sollte 50 °C möglichst nicht überschreiten, denn ansonsten werden die Kräuter nicht getrocknet, sondern geröstet und damit bitter.

Das Trocknen dauert dann 2 bis 3 Stunden, zum Schluss lasst ihr die Blätter abkühlen und bewahrt sie in einem lichtgeschützten Gefäß.

Meine Erfahrung

Im Rahmen des Blogs wollte ich das Trocknen von Kräutern für Tee selbst ausprobieren. Dafür habe ich Minze verwendet und diese mit Hilfe vom Ofen selbst getrocknet. Daher habe ich ein paar Tipps und Empfehlungen für euch.

Wenn ihr den Ofen verwendet, achtet darauf, dass die Luft mittels Umluft gut zirkulieren kann, außerdem sollte der Ofen einen Spalt offen sein. Letzteres ist dafür da, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Der Ofen, welchen ich verwendet habe, hatte eine "Einstellung" damit er nicht ganz geschlossen ist. Sollte dies bei euch nicht der Fall sein, könnt ihr auch einen Holzlöffel verwenden, um ihn einen Spalt offen zu halten.

Frisch vs Trocken

Ich habe dann einige Zeit später Tee einmal aus den getrockneten und einmal aus frischen Kräutern aufgegossen und verglichen. Der frische Tee hatte aufgrund des fehlenden Trocknens selbstverständlich einen intensiveren Geschmack, allerdings kann man dies durch längeres Ziehen des "trockenen" Tees ausgleichen.

Den Trocknungsprozess fand ich einfach und unkompliziert, als Laie war das schnell verständlich und nicht besonders aufwendig. Der Geschmack des Tees war super erfrischend, außerdem hat es den Vorteil, dass man genau weiß, was in den Tee kommt und sich so auch individuelle Kräuterteemischungen selbst machen kann. Meiner Meinung nach ist das Trocknen von Kräutern eine wichtige Fähigkeit, um diese haltbar zu machen und sich selbst mit diesen zu versorgen. Vor allem die Ofen Methode finde ich sehr empfehlenswert.

Quellen